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21. November 2009
 

Frontal21

 
dienstags, 21 Uhr
Pillen und Geldscheine. Quelle: imago

Stellungnahme zum Bericht "Skandal bei Frontal"

Bericht aus der Süddeutschen Zeitung vom 10.12.2008

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) wirft Frontal21 vor, das ZDF-Magazin "inszeniere" Aufregung um ein ADS-Medikament. Grundlage des Vorwurfs sind die von der SZ aber nicht überprüften Aussagen von Ulrich Hagemann, dem Leiter der Abteilung für Arzneimittelsicherheit beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

 
 
 
 

Im Zusammenhang mit Verdachtsfällen von tödlichen Nebenwirkungen bei Strattera, einem Medikament, das bei Kindern und Jugendlichen mit dem sogenannten Zappelphillipp-Syndrom verschrieben wird, spricht Hagemann in der SZ von "zwei tödlichen Verläufen in Deutschland", von denen "schließlich ein Fall eines 16-Jährigen übrig blieb, der sich umgebracht hat." Die TV-Redaktion wisse das, so Hagemann weiter. Warum trotzdem von vier Todesfällen die Rede ist, sei unklar. Frontal21 ist hingegen schleierhaft, warum die SZ diese Aussagen ungeprüft übernimmt, warum eine Nachfrage beim ZDF unterblieb.

 

Frontal21 bleibt bei seiner Darstellung und bezieht sich dabei auf eine entsprechende Liste, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dem Magazin nach mehrmaligen Nachfragen selbst überlassen hat. Nach dieser internen Liste der Behörde wurden bislang vier Verdachtsfälle von tödlichen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Strattera gemeldet. Die Verdachtsfälle aus der BfArM-Datenbank des Instituts im Einzelnen: Am 14. Dezember 2005 der Suizid eines 16-Jährigen. Am 26. Juni 2006 der Gehirnschlag eines zwölfjähriger Jungen. Am 11.7. 2006 der Tod ein dreijährigen Kindes und am 27. Juli 2007 der Herzinfarkt eines fünfjährigen Jungen. Die Verdachtsfälle wurden vom Bundesinstitut selbst mit folgenden Fallnummern versehen: DE-BFARM-05018404, DE-BFARM-06036075, DE-BFARM-06045681, DE-BFARM-07061104.

 

ZDF bleibt bei Darstellung

 

Weiter bleibt das ZDF bei der Darstellung, dass es 234 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Strattera seit der Einführung im Jahr 2005 gegeben hat. Darunter Herzschwächen, Hörstürze und Suizidgedanken - bei Kindern und Jugendlichen. Das Bundesinstitut hat die Zahl der Verdachtsfälle mittlerweile auf 237 angehoben.

 

Im Bericht der Süddeutschen Zeitung heißt es weiter, Frontal21 habe über "neue Nebenwirkungen" von Strattera berichtet. Richtig ist: Frontal21 hat zu keiner Zeit von "neuen" Nebenwirkungen gesprochen, wie dem Manuskript der Sendung auch eindeutig zu entnehmen ist. Es ging in der Dokumentation "Das Pharmakartell" vielmehr darum, wie die Pharmaindustrie Ärzte, Selbsthilfegruppen und Medien manipuliert und instrumentalisiert, um ihre Produkte an den Patienten zu bringen.