Ich bin anderer Meinung. Jeder, der in der Lage ist, einen Handwerksbetrieb gründen möchte, sollte es auch machen. Der entscheidend ist die Qualität, der Preis und nicht der Titel. Natürlich spielt auch die Sauberkeit eine Rolle. Sobald man sein Gewerk angemeldet hat, kann man auch arbeiten. Es kann in einer Marktwirtschaft nicht angehen, daß ein Zwang zum Erwerb des Meisterbriefes herrscht. Wer provitiert denn von diesem Meisterlehrgang? In erster LInie die Handwerkskammern und die privaten Bildungsträger. Denn ein derartiger Lehrgang kostet ca. 10.000€. Da ist noch nicht einmal die Prüfungsgebühr dabei. Der von den Handwerkskammern getätigte Satz, " Der Meisterbrief ist ein Garant für die Qualitätssicherung." Ein schönes Märchen. Klingt so, als würden alle Gesellen Pfusch liefern und nur der Meister Qualität. Kein Meister hinterläßt nach seiner Arbeit sein Signum.
Auch unter den Meistern gibt es Versager. Dazu ein Beispiel, welches ich selbst erlebte. 1991 oder 1992 nahm ich an einem Meisterlehrgang im Malerhandwerk teil. Gleich zu Beginn kam ein Vetreter zu uns und erklärte uns die Handhabung von Japanspachteln. Ich fragte mich, wieso das nicht unser Meister das machte? Dann kam ein Malergeselle und zeigte eine Technik. Auch hier stellte ich mir die gleiche Frage. Im berufspraktischen Teil fertigte ich Arbeitsproben an. Am Tag der Herstellung der Arbeitsprobe sah die Arbeit gut aus. Einen Tag später auf wundersame Weise nicht mehr. Meine Antwort darauf, gestern sagten sie noch was ganz anderes. Als ein Teilnehmer den " Meister " nach einer Technik fragte, kam zur Antwort: " Diese Technik kann ich ihnen nicht zeigen, da ich sie nicht beherrsche." Erbärmlicher ging es nicht mehr. Der Meisterbrief sichert keine volle Auftragsbücher. Er ist auch keine Garantie für die pünktliche Bezahlung der Rechnung.