von Joachim Bartz, Karsten Deventer und Thomas Reichart
Fußball - für Millionen ist das ihr Leben. Von der Bundesliga bis hin zu den Amateuren. Und gerade in den Tiefen der niederen Ligen tummelt sich die Wettmafia. Dort sind Sportler, Trainer oder Schiedsrichter viel leichter dazu zu bringen, den Ausgang eines Spiels zu beeinflussen. So soll es geschehen sein, hundertfach: Wettpaten verdienten Millionen durch gekaufte Spiele - von Deutschland über Belgien und die Schweiz bis in die Türkei. Ein zwielichtiges Netz organisierter Krimineller. In den Fußball-Verbänden rätseln sie jetzt, wie sich das besser kontrollieren lässt.
Der ehemalige Schiedsrichter der Bundesliga, Markus Merk, spricht sich im Frontal21-Interview für den Einsatz elektronischer Hilfsmittel bei besonders wichtigen Fußballspielen aus. So könne man strittige Entscheidungen vermeiden und die "Gerechtigkeit im Fußball erhalten". Außerdem könnte es helfen, Wettbetrug einzudämmen.
Letzten Mittwoch in Paris: Nach einem offensichtlichen Handspiel des Nationalspielers Thierry Henry qualifiziert sich Frankreich für die Fußballweltmeisterschaft. Letzten Freitag in Bochum: Die Staatsanwaltschaft und die Polizei präsentieren erste Einzelheiten zum größten Wettskandal, den der europäische Fußball bislang erlebt hat. Der Fußball befindet sich mal wieder in einer Glaubwürdigkeitskrise, meint die Fußballreporter-Legende Günther Koch im Frontal21-Interview.
"Der Normalbürger wird schon härter angefasst als der Wirtschaftsstraftäter", sagt die Berliner Oberstaatsanwältin Vera Junker. Sie kritisiert im Frontal21-Interview, dass bei Verfahren gegen Manager, die für die Finanzkrise mitverantwortlich seien, die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibe. Nach Ansicht von Junker muss keiner der Manager wirklich Angst haben, ins Gefängnis zu kommen.
Die finsteren Tage der internationalen Finanzmarktkrise sind über ein Jahr her. Dennoch musste sich bisher kein Manager für seine Fehler vor Gericht rechtfertigen. Die möglichen Straftaten wie schwere Untreue, pflichtwidrige Vernichtung von Kapital oder Börsenmanipulation sind komplex und schwer zu beweisen. Je länger die Ermittlungen dauern, desto weniger müssen die Manager ein Urteil fürchten - lange Verfahren mildern die Strafe. Vielmehr drehen einige ehemalige Spitzenmanager den Spieß um und klagen gegen ihre Kündigungen, pochen auf die Erfüllung ihrer Verträge. Einige hatten damit schon Erfolg. [Bilderserie]
Die Finanzkrise ist für Wolfgang Hetzer "das vorhersehbare Ergebnis einer systematischen Fehlentwicklung". Den verantwortlichen Managern wirft Hetzer vor, mit der "Logik der Mafia" zu handeln und "Idealbild des ehrbaren Kaufmanns" aufgegeben zu haben. Der Abteilungsleiter im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) trug diese persönlichen Thesen und Auffassungen bei der "Euro Finance Week" vor.
Außenminister Westerwelle ist noch neu in seinem Job. Da darf man es ihm nicht übel nehmen, wenn er noch nicht alle Pflichten seines Amtes kennt. Bei Fragen hilft aber die nette Frau Steinbach vom Bund der Vertriebenen gerne weiter. Und der Bundespräsident singt dazu.