Die Reaktionen auf den Streit über Integration könnten unversöhnlicher nicht sein. Was für die einen schlicht wahr ist, nennen die anderen fremdenfeindlich, nachdem der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin die türkischen und arabischen Gemeinden in der Hauptstadt ins Visier nahm: Sie kümmerten sich nicht vernünftig um die Ausbildung ihrer Kinder - produzierten aber ständig neue. Zudem würden sie diesen Staat in aggressiver Weise ablehnen. Und tatsächlich: Im Berliner Bezirk Neukölln bleiben viele aus Zuwandererfamilien Deutschland gefährlich fremd.
Seit Thilo Sarrazin seine Meinung zu den in Berlin lebenden türkisch- und arabischstämmigen Einwanderern geäußert hat, herrscht Aufregung und Empörung. Der 19-jährige Schauspieler Hüseyin Ekici versteht das gar nicht, schließlich habe der Mann im Grunde recht. Ekici weiß das aus eigener Erfahrung, er ist in Berlin-Neukölln geboren und aufgewachsen. Derzeit spielt er die Titelrolle im Theaterstück "Arabboy", das von der Parallelwelt in seinem Heimatkiez handelt. Allabendlich begeistert der Neuköllner Kassenschlager das Publikum.
Auch wenn die großen Kirchen Mitglieder verlieren - christliche Freikirchen sind im Aufschwung. Ihr Angebot: Das Evangelium ohne Kompromisse - sie nehmen die Bibel wortwörtlich - Wunder inklusive. "Wort und Geist" ist so eine neureligiöse Glaubensgemeinschaft. Vor zehn Jahren gegründet. In legeren Gottesdiensten nach amerikanischem Vorbild sollen - etwa durch Handauflegen - auch schwere Krankheiten geheilt werden.