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21.05.2013

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NASA-Kodex

Denkmalschutz auf dem Mond

  • Bild Buzz Aldrin auf dem Mond
  • Video Die Mondlandung und der Wettlauf ins All
  • BildBuzz Aldrin auf dem Mond

    Astronaut Buzz Aldrin auf dem Mond

    (10.06.2012)
    VideoDie Mondlandung und der Wettlauf ins All
    (06.10.2011)
    von Alfred Krüger

    Die Zahl der Mondmissionen nimmt in den nächsten Jahren zu. Auch ein von Google ausgerufener Wettbewerb sorgt auf dem Mond für mehr Betrieb. Die NASA bangt um die Apollo-Landeplätze und will ihre historischen Stätten vor Mondtouristen schützen.

    Mit der Ruhe ist es auf dem Mond demnächst vorbei. Länder wie China, Indien oder Japan planen neue unbemannte Mondmissionen. Sie wollen den Erdbegleiter mit Robotern erforschen. Es wird zwar nicht eng auf dem Mond. Trotzdem bangt die US-Weltraumbehörde NASA um die Unversehrtheit jener historischen Spuren, die ihre Missionen in den letzten 50 Jahren auf dem Erdtrabanten hinterlassen haben.

    Sogar Fußspuren werden geschützt
    Um die ehemaligen Landeplätze ihrer Raumfahrzeuge zu schützen, hat die NASA einen  umfangreichen Verhaltenskodex für künftige Mondmissionen entwickelt. So soll bei Landungen ein Mindestabstand von zwei Kilometern zu den Landeplätzen der bemannten Apollo-Missionen eingehalten werden. Die NASA will dadurch verhindern, dass Staub und aufgewirbeltes Mondgestein die historischen Stätten beschädigen oder gar zerstören.

    Fußspur auf dem Mond
    Quelle: imago

    Unter einen strengen lunaren Denkmalschutz stellt die NASA zum Beispiel die Fahrzeuge, die die Apollo-Astronauten für ihre Spritztouren auf dem Mond benutzten, dazu alle Messgeräte, Flaggen sowie die Start- und Landemodule, die die Apollo-Landefähren auf dem Mond zurückgelassen haben. Selbst die Fußspuren, die die Astronauten bei ihren Spaziergängen im grauen Mondstaub hinterlassen haben, gelten der US-Weltraumbehörde als besonders schützenswert.

    Google finanziert Wettlauf zum Mond
    "Im Kern geht es darum, dass nicht durch falsche Planung oder schlichtweg 'Dummheit' wichtige historische Stellen wie der Landeplatz von Apollo 11 und noch heute aktive wissenschaftliche Experimente wie die von Apollo 17 gestört werden", sagt Robert Böhme. Der Berliner ist Chef der  Part-time Scientists ("Teilzeitforscher"), einem privaten Raumfahrtteam, das im Rahmen des Wettbewerbs Google Lunar X Prize bis Ende 2014 einen selbstkonstruierten Roboter auf den Mond schießen will.

    Google Lunar X Prize

    Der "Google Lunar X Prize" wird vom Suchmaschinenunternehmen Google finanziert und zusammen mit der gemeinnützigen US-Stiftung "X-Prize-Foundation" vergeben. Der Wettbewerb wurde 2007 gestartet. Ziel ist die erfolgreiche Durchführung einer unbemannten Mondmission.

    Teilnehmen dürfen nur Teams, die zu 90 Prozent privat finanziert werden. Mit dem Wettbewerb will Google die private Erschließung des Weltraums und die Entwicklung neuer, kostengünstiger Lösungen für die Raumfahrt fördern.

    Dasselbe Ziel haben sich auch die anderen Teilnehmer des von Google finanzierten Wettlaufs zum Mond gesetzt – darunter neben den deutschen "Teilzeitforschern" weltraumbegeisterte Teams aus den USA, Italien, China oder Russland. Den Hauptpreis in Höhe von 20 Millionen US-Dollar gewinnt das Team, dessen Roboter den Mond als erster unversehrt erreicht, dort 500 Meter zurücklegt und hochauflösende Videos und Fotos zur Erde funkt.

    Links
    www.nasa.gov
    Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich

    Apollo 17 als Ziel
    Die Teilnehmer des "Google Lunar X Prize" werden sich streng an die Empfehlungen der NASA zum Schutz der historischen Landeplätze halten, hat die "X Prize Foundation" als Ausrichter des Wettbewerbs kürzlich versichert. Das gilt in besonderem Maße für diejenigen Teams, die sich um einen Zusatzpreis bewerben. Den nämlich bekommt die Mannschaft, der es gelingt, mit ihrem Roboter den Landeplatz einer Apollo-Mission zu besuchen.

    Mondroboter der Part-time Scientists
    Quelle: Part-time Scientists

    Die deutschen "Teilzeitforscher" um Robert Böhme haben sich Apollo 17 als Ziel ausgesucht. "Wir sind uns bewusst, dass hier die höchsten Einschränkungen gelten", sagt der Berliner auf Nachfrage von heute.de. "Die werden von uns aber auch entsprechend eingehalten." So würden die Anflugvektoren exakt so gewählt, dass es keinen Überflug über die Apollo-17-Artefakte gebe. Zudem werde bei der Landung der vorgeschriebene Mindestabstand penibel eingehalten, versichert Böhme.

    "Wie ein Sandstrahlgebläse"
    Der rigide Verhaltenskodex der NASA kommt nicht von ungefähr. Was geschehen kann, wenn ein Raumfahrzeug zu dicht neben einem anderen landet, hat die NASA nämlich bereits vor über 40 Jahren selbst erfahren müssen. Apollo 12, die zweite bemannte Mondmission, landete im November 1969 in unmittelbarer Nähe zur ausgedienten US-Mondsonde Surveyor 3. Der Mondstaub, der von den Bremstriebwerken der Mondlandefähre aufgewirbelt wurde, habe "wie ein Sandstrahlgebläse" gewirkt, berichtet die NASA. Die Aluminium-Haut der Sonde sei dadurch stark beschädigt worden.

    10.06.2012
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