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Arm trotz Arbeit
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Interview
Bosch: "Wir brauchen Lohnerhöhungen"
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Interview
"Das kann man so nicht gewollt haben"
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von A. Becker-Wenzel, H. Klar, H. Koberstein und J. Sperling
So sind die Gewinne der Unternehmen erneut deutlich angestiegen. Auf der anderen Seite nimmt Armut in Deutschland aufgrund der Vielzahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse zu. Knapp ein Viertel der Beschäftigten arbeitet für Niedriglöhne und ist trotzdem oftmals auf staatliche Unterstützung angewiesen. Vielen droht Altersarmut.Ausweitung des Niedriglohnsektors
Der Sozialstaat ist aus dem Gleichgewicht geraten – und die Politik hat es so gewollt. Denn im Zuge der Hartz-Reformen wurde der Niedriglohnsektor deutlich ausgeweitet, um mehr Beschäftigung für Geringqualifizierte zu schaffen, erklärt der Arbeitsmarktexperte Professor Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen im Frontal21-Interview. Stattdessen seien aber immer mehr qualifizierte Arbeitnehmer in den Niedriglohnsektor abgerutscht.Der sei inzwischen so groß wie in keinem anderen europäischen Land. Das müsse dringend korrigiert werden, so Bosch. Durch die Einführung von Mindestlöhnen und allgemein verbindlichen Tarifverträgen könne der Niedriglohnsektor deutlich reduziert werden.

